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Auf Abwegen


Es war im Herbst 2009, als Ulli (Mäuschen) und ich an einem Gewässer saßen und uns über verschiedene Angelarten unterhielten. Hier ging es unter anderem auch über das Meeresangeln. Da ich seine Geschichten ganz interessant fand, machten wir kurzer Hand Nägel mit Köpfen und beschlossen mal ein Wochenende an die Küste zu fahren.

Nun war es endlich soweit und wir machten uns am 09.04.10 um 08.00 Uhr mit insgesamt 4 Leuten auf die Reise nach Rügen, um dort mit der“ Jan Cux“ auf Dorsch zu gehen. Nach 6 Stunden Fahrt, kamen wir in Sassnitz an und es hieß erst einmal Zimmer beziehen und Angellizenzen besorgen. Diese war schnell erledigt und wir beschlossen noch ein paar Würfe auf Meerforelle zu machen. Leider blieb uns am Schwanenstein der Fang verwehrt und wir konnten uns voll und ganz auf den nächsten Angeltag konzentrieren.



Am 10.4.10 war um 4.30Uhr wecken und schnell waren alle Sachen im Auto verstaut und der letzte Kaffee hinunter gespült. Nach kurzer Fahrt bestiegen wir gegen 5.30Uhr die „Jan Cux“. Es waren schon etwa 25 Leute auf dem Kutter und machten ihr Gerät startklar. Wir ergatterten uns den Platz auf der Bugspitze und bereiteten ebenfalls unser Angelgerät vor.



Um 6.30uhr legten wir vom Pier ab und fuhren zu den Fanggründen vor Rügen. Auf der Fahrt wurde das zweite Frühstück eingenommen und die malerische Kulisse der Kreidefelsen war einfach unglaublich.



Nach fast 70min. Fahrt war es dann so weit und das Signal zum Angeln ablassen kam durch den Lautsprecher. Der Pilker mit Gummischwanz schoss auf 24m Tiefe runter, wo dann sein verführerisches Spiel beginnen konnte. Gleich nach den ersten Hüben konnten wir einen Dorsch an Deck befördern. Nun kam auch schon wieder das Signal zum einholen und der Kapitän setzte das Boot für eine erneute Drift um. So konnten wir bis Mittag etwa 40 Dorsche ans Tageslicht befördern.
Zum Mittagessen gab Schnitzel mit Kartoffel und Bohnen und während der halben Stunde Mittagspause wurde nicht geangelt und der Kapitän suchte nach neuen Fanggründen.



Leider brachten diese uns keine weiteren Fische ein und somit traten wir gegen 16Uhr die Heimreise in den Hafen an. Auf der Fahrt dorthin, wurden die Fische filetiert und registriert.



Insgesamt wurden auf dem Boot von 41 Mann 568 Dorsche gefangen, wobei unsere Vierergruppe alleine 55 Fische aufweisen konnte. Der Durchschnitt lag bei etwa 2-3kg und der größte wog knapp 6kg.



Im Hafen angekommen fuhren wir zurück in die Unterkunft zum Duschen damit wir zum Essen wieder salonfähig waren. Hier hörten wir den Wetterbericht für den nächsten Tag im Radio. Dieser verhieß leider nichts Gutes, denn sie sagten Windstärken von 6-7 in Böen auch bis 9 an.
Ein Anruf bei unseren Kapitän bestätigte unsere Befürchtung, dass am nächsten Tag kein Schiff den Hafen verlassen würde. Ziemlich geknickt saßen wir beim Abendessen und legten uns auch kurz danach zum Schlafen.
Durch das schlechte Wetter konnten wir am Sonntagmorgen ausschlafen und in aller Ruhe unser Auto für die 6 stündige Heimreise packen.
Trotz des schlechten Wetters und des abgesagten zweiten Tag auf hoher See war es eine neue und sehr schöne Erfahrung die sich auf jeden Fall, allerdings bei besserem Wetter, wiederholen wird.

Gruß
Sascha Sebastian